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E-Rechnung im Verein: Die Pflicht seit Januar 2025
Seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Verein mit Zweckbetrieb strukturierte E-Rechnungen empfangen können, ohne Übergangsfrist. Ein PDF genügt nicht. Das gilt jetzt.
Geschrieben für: Kassenwart, Vorstand
Diese Pflicht ist an den meisten Vereinen vorbeigegangen. Sie gilt trotzdem, und zwar seit dem 1. Januar 2025, ohne Übergangsfrist.
Was gilt
Jeder Verein mit Zweckbetrieb, wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb oder Vermögensverwaltung muss strukturierte E-Rechnungen empfangen und acht Jahre revisionssicher archivieren können.
Entscheidend ist das Wort „strukturiert”:
- Eine PDF-Rechnung ist keine E-Rechnung, auch dann nicht, wenn sie per Mail kommt.
- Eine E-Rechnung ist ein maschinenlesbares Format, konkret XRechnung oder ZUGFeRD.
- Ein eingescanntes Papier erfüllt die Anforderung ebenfalls nicht.
Wer ist betroffen?
Fast jeder Verein, der irgendetwas verkauft oder vermietet:
- Sie haben ein Vereinsheim mit Getränkeverkauf? → betroffen
- Sie verkaufen Bandenwerbung? → betroffen
- Sie vermieten Räume oder verpachten die Gaststätte? → betroffen
- Sie nehmen Startgelder für Turniere? → betroffen
- Sie haben einen Sponsor, für den Sie aktiv werben? → betroffen
Ein reiner ideeller Verein ohne jede wirtschaftliche Betätigung ist ausgenommen. Das sind in der Praxis die wenigsten. Welche Ihrer Einnahmen in welche Sphäre fallen, klärt der Ratgeber zu den vier Steuersphären im Verein.
Empfangen ist Pflicht, Ausstellen kommt später
Hier wird gern etwas durcheinandergebracht:
| Ab wann | |
|---|---|
| Empfangen und archivieren | schon jetzt (seit 01.01.2025), ohne Übergangsfrist |
| Ausstellen | gestaffelt; Kleinunternehmen mit ≤ 800.000 € Vorjahresumsatz: bis Ende 2027 |
Das heißt: Sie müssen heute schon in der Lage sein, eine XRechnung entgegenzunehmen und zu verarbeiten. Selbst ausstellen müssen Sie sie noch nicht.
Was das praktisch bedeutet
Ein Lieferant schickt Ihnen eine XRechnung. Was passiert dann?
Ungünstig: Sie können die Datei nicht öffnen, drucken sie aus und heften sie ab. Das erfüllt die Archivierungspflicht nicht, denn archiviert werden muss das Original im strukturierten Format, acht Jahre lang, unveränderbar.
Günstig: Ihre Software nimmt die Datei entgegen, liest sie aus, ordnet sie einer Buchung zu und archiviert das Original revisionssicher.
Was Sie jetzt tun sollten
- Prüfen Sie, ob Ihr Verein betroffen ist: Gibt es irgendeinen Zweckbetrieb oder wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb?
- Legen Sie eine E-Mail-Adresse für Rechnungen fest und teilen Sie sie Ihren Lieferanten mit (z. B.
rechnung@ihr-verein.de). - Klären Sie, wie Sie archivieren: acht Jahre, im Originalformat, unveränderbar. Ein Ordner auf dem Laptop des Kassenwarts erfüllt das nicht.
- Fragen Sie Ihre Vereinssoftware, ob sie XRechnung und ZUGFeRD verarbeiten kann.
Und wo stehen wir?
Der Empfang von E-Rechnungen mit revisionssicherer Archivierung ist bei ClubCoPilot noch in Arbeit und steht ganz oben auf der Liste. Das schreiben wir lieber hier, als dass Sie es später bemerken.
Was heute schon geht: Sie können Rechnungen außerhalb der Beiträge stellen, etwa für Trikots, Kursgebühren oder Startgelder, und sie wie den Beitrag einziehen. Belege liegen bei der Buchung, sind durchsuchbar und werden nicht in einem Karton aufbewahrt. Das zahlt sich spätestens bei der Kassenprüfung aus.
Rechtsstand Juli 2026. Dieser Text ersetzt keine Steuerberatung. Ob Ihr Verein betroffen ist, hängt von Ihrer konkreten wirtschaftlichen Betätigung ab; im Zweifel fragen Sie Ihren Steuerberater.
Quellen
- § 14 UStG: Ausstellung von Rechnungen
- § 147 AO: Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen
Stand der Rechtslage: 10. Oktober 2026. Dieser Beitrag beschreibt die Rechtslage nach bestem Wissen, ersetzt aber keine Steuer- oder Rechtsberatung. Im Einzelfall wenden Sie sich an eine Steuerberatung oder das zuständige Finanzamt.

René Pannier
Schiedsrichter seit 2010, Referent für Schulfußball im Jugendausschuss des Berliner Fußball-Verbands. Ich entwickle ClubCoPilot.
Über den Autor