Mitgliederverwaltung mit Excel: kostenlose Vorlage – und wann sie kippt
Eine ehrliche Excel-Vorlage für die Mitgliederverwaltung, kostenlos und ohne E-Mail-Zwang. Plus: die fünf Punkte, an denen Excel im Verein zuverlässig zusammenbricht.
Geschrieben für: Kleine Vereine, neue Kassenwarte
Die meisten Vereine verwalten ihre Mitglieder in Excel. Das ist kein Fehler – für einen Verein mit 40 Mitgliedern ist Excel völlig in Ordnung, und jeder, der etwas anderes behauptet, will dir etwas verkaufen.
Deshalb hier zuerst: die Vorlage. Kostenlos, ohne Anmeldung, ohne E-Mail-Adresse.
Und danach die ehrliche Antwort auf die Frage, wann es nicht mehr reicht.
Was in eine ordentliche Mitgliederliste gehört
Die wenigsten Excel-Listen haben alle diese Spalten – und genau die fehlenden machen später Ärger:
| Spalte | Warum |
|---|---|
| Mitgliedsnummer | Eindeutig, ändert sich nie. Der Name ändert sich (Heirat). |
| Vor- und Nachname | getrennt, nicht in einer Spalte |
| Geburtsdatum | nicht nur das Alter – das ist nächstes Jahr falsch |
| Geschlecht | inkl. „divers” – die Bestandsmeldung fragt danach |
| Eintrittsdatum | |
| Austrittsdatum | Die wichtigste Spalte, die fast immer fehlt |
| Status | aktiv, passiv, fördernd, Ehrenmitglied |
| Beitragskategorie | Kind, Jugend, Erwachsener, Familie |
| Abteilung / Sparte | für die Bestandsmeldung an den Landessportbund |
| IBAN | |
| SEPA-Mandat erteilt am | siehe unten |
| E-Mail, Telefon, Adresse |
Die fünf Punkte, an denen Excel kippt
Nicht „irgendwann”. Sondern an diesen konkreten Stellen.
1. Beim zweiten Bearbeiter
Sobald zwei Menschen an derselben Liste arbeiten, gibt es zwei Listen. Und dann drei. Und irgendwann heißt eine Mitglieder_final_NEU_v3_KORRIGIERT.xlsx.
Es gibt keinen Weg, das mit Disziplin zu lösen. Es ist ein Konstruktionsfehler.
2. Bei der Mitgliedschafts-Historie
Ein Mitglied tritt 2019 aus und 2023 wieder ein. In Excel überschreibst du das Eintrittsdatum – und verlierst die Historie.
Damit stimmt rückwirkend keine einzige Beitragsberechnung mehr. Und beim nächsten Kassenprüfbericht kannst du nicht erklären, warum jemand 2020 nichts gezahlt hat.
3. Bei den Beitragsstaffeln
Wird ein Kind 18, wechselt es die Beitragskategorie. In Excel merkt das niemand – bis ein Elternteil anruft und fragt, warum sein Sohn noch den Kinderbeitrag zahlt.
Oder schlimmer: bis er nicht anruft, und ihr drei Jahre lang zu wenig einzieht.
4. Bei der Löschfrist
Ein ausgetretenes Mitglied von 2011 steht mit Adresse und IBAN noch in eurer Liste. Das ist ein Datenschutzverstoß – und der Vorstand haftet.
Excel hat keine Löschfristen. Excel vergisst nichts.
5. Bei der Datenauskunft
Ein Mitglied fragt nach Art. 15 DSGVO nach seinen Daten. Ihr habt einen Monat.
Jetzt musst du: die Mitgliederliste durchsuchen, die Beitragsliste, die Bankumsätze, die Mailhistorie, den Ordner mit den Aufnahmeanträgen. Und alles zusammenstellen.
Das ist kein Nachmittag. Das ist ein Wochenende.
Die ehrliche Faustregel
| Vereinsgröße | Ehrliche Empfehlung |
|---|---|
| bis ~50 Mitglieder | Excel reicht. Wirklich. |
| 50–150 | Es geht noch, aber der Beitragslauf wird zäh. |
| ab ~150 | Der Aufwand übersteigt die Ersparnis. Deutlich. |
| ab ~300 | Excel ist ein Haftungsrisiko, kein Werkzeug mehr. |
Ein Verein mit 300 Mitgliedern zahlt bei ClubCoPilot 9 € im Monat. Das ist ungefähr der Gegenwert von zwei Bier – gemessen an den Abenden, die der Beitragslauf sonst kostet.
Aber das musst du nicht heute entscheiden. Nimm erst mal die Vorlage.
Geschrieben von René Pannier
Gründer von ClubCoPilot. Baut die Software, über die er schreibt.
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